Wie lange dauert eigentlich eine Minute?
Normalerweise genau 60 Sekunden (oder, wissenschaftsnerdig ausgedrückt, genau das 551.557.906.200-fache der Periodendauer der Strahlung des Übergangs zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus des Grundzustandes von Atomen des Nuklids 133Cs).
Allerdings gibt es hiervon immer wieder Ausnahmen. Zuletzt war dies im Jahr 2016 der Fall. Da war die letzte Minute des Jahres um eine Sekunde länger, also 61 Sekunden lang. Wer weiß, wie viele Menschen eine Sekunde zu früh auf das neue Jahr angestoßen haben?
Eingeführt wurde die Schaltsekunde schon im Jahr 1972. Bis dahin hatte sich eine Differenz zwischen der Internationalen Atomzeit (TAI) und der „Weltzeit“ (UTC) von 10 Sekunden summiert. Die Weltzeit (UTC) spiegelt die tatsächliche Rotation der Erde wieder, die mittlere Sonne steht um 12 Uhr UTC in Greenwich (0. Längengrad) genau im Süden. Atomuhren gehen aber sehr viel genauer als unsere Erde. Aufgrund von Massenverlagerungen auf der Erde (z. B. durch die Jahreszeiten) und auch im Erdinneren (z.B. durch Magmaströme) dreht sich die Erde mal etwas schneller, dann wieder etwas langsamer. Im Alltag fällt das aber nicht auf.
Zudem bremst die Gezeitenreibung durch Mond und Sonne die Erde ganz langsam ab. Im Zeitalter des Jura vor 160 Mio. Jahren betrug die Tageslänge für die Dinosaurier nur 23 Stunden. Tendenziell werden unsere Tage also immer länger. Um unsere Uhren mit dem Lauf der Sonne zu synchronisieren, wurde in der Vergangenheit Schaltsekunden eingefügt. Insgesamt 37-mal war dies seit 1972 nötig – und zwar immer als zusätzliche Sekunde. Allerdings hat sich die Erdrotation in den letzten Jahren etwas beschleunigt statt verlangsamt, erst seit Dezember 2025 verlangsamt sich die Erde wieder. Hätte sich der Trend fortgesetzt, müssten wir vielleicht schon im nächsten Jahr eine negative Schaltsekunde einführen. Als Konsequenz hätte eine Minute dann nur 59 Sekunden, was möglicherweise fatale Auswirkungen auf Computersysteme und damit z. B. auf die Weltbörsen hätte. Im Zeitalter, wo Börsengeschäfte im Millisekundenbereich ablaufen, ist eine Sekunde eine wahre Ewigkeit. Plötzlich gäbe es aber eine Sekunde gleich zweimal.
Um dies zu verhindern wurde auf der Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CGPM) im Oktober beschlossen, die Schaltsekunde ab dem 20. Mai 2027 abzuschaffen. Da die nächste Schaltsekunde allerdings frühestens am 30. Juni 2027 fällig wäre, werden wir also keine Schaltsekunde mehr erleben. Als Konsequenz daraus wird die Abweichung unserer Uhren von den wahren astronomischen Verhältnissen in den nächsten Jahrhunderten anwachsen, sodass sich z. B. Sonnenaufgang, wahrer Mittag und Sonnenuntergang um bis zu einer Stunde verschieben können. Vielleicht steht ja eines Tages die Sonne wirklich einmal in Bremen die Sonne um 12 Uhr mittags im Süden? Erst wenn die Differenz zwischen UTC und TAI auf eine Stunde angewachsen ist, wird es eine Schaltstunde geben. Und mit allergrößter Wahrscheinlichkeit wird es dann einen Tag mit 25 Stunden geben. Die Sektkorken können Sie dann erst um 24:59:59 Uhr knallen lassen. Nimmt man die Abweichung zwischen TAI und UTC seit 1972 zugrunde, dann ist damit aber rein statistisch erst im Jahr 7280 zu rechnen.
Wenn es Sie interessiert: Die aktuelle Differenz zwischen UTC und TAI finden Sie hier.
Wie sehen die Sterne aus?
(Fast) jeder Stern hat fünf Ecken. Natürlich gibt’s ein paar ungebildete Sterne, die nicht bis fünf zählen können, deshalb gibt es auch welche mit mehr oder weniger Zacken. Die Astronomen sagen zu Recht, Sterne seien nahezu ideal kugelförmig. Aber am Himmel sind sie nur als Punkte zu sehen, und das sogar in fast allen Teleskopen. Nur mit speziellen Techniken lassen sich Strukturen auf den Sternen nachweisen, wie die vom Stern R Doradus.
Deshalb hat die Bildsprache entschieden, dass die Sterne Zacken haben – so wie die Sonne Strahlen zeigen muss. Und wie viele Zacken hat ein Stern? Mindestens drei wie der Mercedes-Stern, oder vier, wie der NATO-Stern, oder fünf wie der Drudenfuß und der Rote Stern, oder sechs wie der Davidstern. Ein Stern mit sieben Zacken, ein Heptagramm-Stern, ist u.a. im Australischen Wappen und als Sheriffstern zu finden.
Die Sterne bei dem berühmten persischen Astronomen Abd ar-Rahman as-Sufi, der als erster den Andromedanebel in einer Zeichnung markierte, haben sieben oder acht Zacken.
Das Funkeln der Sterne erklärt zudem das Bedürfnis, die Sterne mit Zacken zu malen. Die Ursachen sind neben der Szintillation die Beugung des Lichts im Auge, Unregelmäßigkeiten der Hornhaut oder der Linse oder ein Tränenfilm im Auge. Zudem zeigen ja auch die astronomischen Fotos Sterne mit Zacken. Hier ein Bild vom Hubble Space Teleskop mit der zentralen Region des reichhaltigen Kugelsternhaufens NGC 3201 im südlichen Sternbild Vela. Die Zacken (Spikes) sind Artefakte, die von den Halterungen der Fangspiegel als Beugungsbilder erzeugt werden. Ist die Anzahl der Streben gerade, so stimmt auch die Anzahl der entstehenden Zacken mit ihr überein, beispielsweise entstehen bei vier Streben vier Zacken. Da sich die Spikes der gegenüberliegenden Streben exakt überlagern, verdoppelt sich die Anzahl nicht. Bei einer ungeraden Anzahl von Streben (z. B. drei Streben) entstehen sechs Zacken.
Dies ist ein Auszug aus unserem Newsletter für November 2026.
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